Kinder, die in die Schule kommen, sind zwar in etwa gleich alt, die Unterschiede in ihrer Entwicklung betragen jedoch teilweise mehrere Jahre. Um jedes Kind in seiner individuellen Lernentwicklung zu unterstützen, dabei aber das Lernen in Gemeinsamkeit nicht zu vernachlässigen, wechseln individuelle und gemeinsame Lernsituationen einander ab. Wir möchten, das jedes Kind über sichere Basiskompetenzen verfügt und darüber hinaus sein individuelles Leistungsvermögen voll ausschöpfen kann.
Im ersten Schuljahr starten die Schülerinnen und Schüler den Schultag mit dem „Zwirniplan“. Sie bearbeiten Aufgaben aus dem Arbeitsplan Deutsch oder Mathematik. In diesen Phasen können die Lehrkräfte differenziert mit einzelnen Kindern oder Kleingruppen üben und individuell auf einzelne Kinder eingehen. In der Kindersprechstunde geben sie jedem Kind regelmäßig Rückmeldung zum Lernen und Arbeiten.
In Mathematik arbeiten wir mit dem Lehrwerk „Zahlenbuch“. Das Zahlenbuch berücksichtigt die unterschiedliche Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler durch vielfältige Aufgaben auf verschiedenen Anforderungsniveaus und in unterschiedlichen Zahlenräumen. Sie lernen die Kinder am gemeinsamen Thema, bearbeiten die Aufgaben jedoch auf ihrem jeweils passenden Lernweg.
Das Zahlenbuch legt besonderen Wert darauf, dass die Kinder sichere Zahlvorstellungen entwickeln. Die Kinder lernen, Mengen auf einen Blick zu erkennen, Zahlen zu ordnen und miteinander zu vergleichen. Sie erkennen Zahlen in verschiedenen Darstellungen und verstehen die Beziehungen zueinander. So entwickeln sie tragfähige Grundlagen für das weitere Rechnen.
Am Ende jeden Schultages haben die Schülerinnen und Schüler 20 Minuten Lesezeit. In dieser Zeit bereiten sie den Lesevortrag für Ihre Paten vor, üben Blitzlesen häufiger Wörter oder verbessern ihre Leseflüssigkeit durch das Tandemlesen.
Auch das Vorlesen durch Autoren, das gemeinsame Lesen mit Lesementorinnen und Lesementoren oder das Schmökern in der Schülerbücherei haben bei uns einen großen Stellenwert.

Eine Kombination von freiem Schreiben und passenden Rechtschreibübungen zu den Rechtschreibstrategien bietet unserer Meinung nach die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Rechtschreiberwerb.
Beim freien lautbezogenen Schreiben erhalten die Kinder die Möglichkeit, ihre Gedanken, Wünsche, Ideen, Erfahrungen oder Ängste von Beginn an in ihr eigenes „Zwirnibuch“ aufzuschreiben. Die Texte werden in der Autorenkonferenz vorgelesen und von den anderen Kindern und Erwachsenen gewürdigt. Parallel dazu werden im Unterricht Rechtschreibstrategien vermittelt. So lernen die Schülerinnen und Schüler früh, Wörter in Silben zu zerlegen und Silbe für Silbe mitzusprechen. Auch die Großschreibung von Satzanfängen und Nomen sowie die Punktsetzung am Ende des Satzes werden bereits im ersten Schuljahr vermittelt.
Im Laufe der vier Grundschuljahre lernen die Kinder weitere Rechtschreibstrategien kennen und wenden diese beim Schreiben und Verfassen von eigenen Texten immer sicherer an. Neben dem Üben mit dem Grundwortschatz kommen Rechtschreibgespäche zum Einsatz, in den sich die Schülerinnen und Schüler über die korrekte Schreibweise von Wörtern oder Sätzen reflektieren.